I1. Diagnose und individuelle Förderung in der fachwissenschaftlichen Ausbildung erleben

Lehramtsstudierende sollen während ihres Studiums Diagnosekompetenz erwerben und lernen, kompetent individuell zu fördern. Eine ideale Voraussetzung für den Erwerb solcher Kompetenzen bilden eigene Erfahrungen, denn die Aktivierung der eigenen Erfahrung – verknüpft mit der Einsicht in den Nutzen von Diagnose und Förderung – sowie einige bereits implizit erworbene Kenntnisse bilden den Ausgangspunkt für das Erwerben eines vertieften Verständnisses. Meist haben Studierende jedoch in der eigenen Schulzeit nur in wenigen Situationen eine gezielte und individuelle Diagnose und Förderung bewusst erleben können. Wie sollen sie also den Nutzen solcher Maßnahmen einschätzen können? Hier setzt die Maßnahme I1 als erster der drei Professionalisierungsschritte an. Es wird bei den Studierenden das Ziel verfolgt, durch positives Erleben in der eigenen fachwissenschaftlichen Ausbildung Bewusstsein und Akzeptanz für Diagnose und Förderung zu schaffen und schließlich ein Einlassen auf das Erproben von Diagnose und Förderung in weiteren Ausbildungsabschnitten zu ermöglichen. Das positive Erleben resultiert aus den Maßnahmen an sich, aber auch maßgeblich aus der Verbesserung der fachlichen Qualifizierung und den damit einhergehenden Erfolgserlebnissen. Eine gute fachliche Qualifizierung stellt nicht zuletzt eine Voraussetzung für die sachgerechte Anwendung von Maßnahmen der Diagnose und individuellen Förderung im eigenen späteren Unterricht dar.

Was wir ändern

Mit dortMINT werden die fachlichen Hürden für die Studierenden systematisch abgebaut und die Wirkungen sowie der Ertrag individueller Unterstützungsangebote erforscht. Ausgangspunkt bilden fachdidaktische Diagnose- und Förderinstrumente für den schulischen Bereich. Diese werden fachspezifisch für alle MINT-Fächer weiterentwickelt und in universitären Veranstaltungen eingesetzt und erprobt.

Für wen ist unser Angebot?

An dem Teilprojekt I1 sind die Fächer Chemie, Mathematik, Physik und Technik beteiligt, also bezüglich der Studierendenzahlen kleine und große Fächer sowie Fächer mit unterschiedlichem Forschungs- und Entwicklungsstand im Bereich der Diagnose und individuellen Förderung. Gemeinsame Zielgruppe sind zunächst die Studierenden des Grund-, Haupt- und Realschullehramts sowie des Lehramts für sonderpädagogische Förderung. In einer späteren Phase werden die Methoden und Ergebnisse in Kooperation mit Fachwissenschaftlern auf die Studierenden des Lehramts für Gymnasien und Gesamtschulen übertragen.

Wie wir das erreichen

Die fachwissenschaftlichen Veranstaltungen werden im Hinblick auf das zentrale Leitprinzip Diagnose und individuelle Förderung weiter entwickelt. Als gemeinsamen Fokus haben die beteiligten Fächer die Diagnose und Förderung von Strukturierungskompetenz gewählt. Diese stellt in allen vier Fächern gleichermaßen, wenn auch mit fachspezifischen Akzentuierungen, eine zentrale Kompetenz zur Bewältigung von Problemlöse- und Modellierungsprozessen dar.

In unseren Veranstaltungen sollen die Studierenden Diagnose und individuelle Förderung in besonderem Maße positiv und wirksam erleben. Als Ausgangspunkt der Diagnose und individuellen Förderung werden bei den Lernenden Vorerfahrungen, Präkonzepte und Verständnishürden identifiziert. Darauf aufbauend werden Materialien und Methoden zur verstärkten individuellen Förderung innerhalb der Veranstaltungen entwickelt und erprobt. Sie werden auf ihre grundsätzliche Eignung, ihre Akzeptanz bei den Studierenden sowie ihre nachhaltige Praktikabilität in der Hochschullehre untersucht. Dabei wird mit dem Concept Mapping über die Fächergrenzen hinaus eine gemeinsame Methode eingesetzt, die im besonderen Maße geeignet sein sollte, Lernergebnisse und Arbeitsprozesse zu strukturieren. Darüber hinaus verfolgen die beteiligten Fächer unterschiedliche Strategien: entweder eine Fokussierung auf die Erforschung und Optimierung der Concept Mapping Methode für diese Zwecke oder einen Ansatz in der Breite mit der Erprobung zahlreicher unterschiedlicher Instrumente zur Identifizierung der erfolgreicheren Instrumente.

Ansprechpersonen: Dr. Di Fuccia (Chemie), Hirsch (Technik), Prof. Dr. Hußmann (Mathematik), Dr.-Ing. Nakhosteen (Maschinenbau), PD Dr. Theyßen (Physik)